Stromvergütung, Eigenverbrauch und reale Erlöse im Überblick
Warum die KWK-Zuschläge oft unterschätzt werden
Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eines Blockheizkraftwerks stehen häufig die Investitionskosten im Vordergrund. Dabei wird ein entscheidender Faktor oft unterschätzt: die laufenden Einnahmen aus den KWK-Zuschlägen.
Diese Zuschläge werden über mehrere Jahre gezahlt und können einen erheblichen Beitrag zur Amortisation leisten. Gerade bei Anlagen mit hoher Laufzeit summieren sich die Erlöse schnell zu relevanten Beträgen.
Um das tatsächliche Potenzial richtig einschätzen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wie sich die KWK-Zuschläge zusammensetzen und wie sie berechnet werden.
Wie funktionieren KWK-Zuschläge?
KWK-Zuschläge werden für jede erzeugte Kilowattstunde Strom gezahlt, die aus einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage stammt. Dabei wird unterschieden zwischen Strom, der selbst verbraucht wird, und Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird.
Für eingespeisten Strom erhält der Betreiber zusätzlich zum Marktpreis einen festen Zuschlag pro Kilowattstunde. Auch für selbst genutzten Strom wird ein Zuschlag gewährt, wenn auch in geringerer Höhe.
Die Förderung ist zeitlich begrenzt und wird entweder über 30.000 Vollbenutzungsstunden oder maximal 10 Jahre gewährt.
Eigenverbrauch vs. Einspeisung: Der entscheidende Unterschied
Für die Wirtschaftlichkeit eines BHKW ist es entscheidend, wie der erzeugte Strom genutzt wird.
Beim Eigenverbrauch entsteht der größte Vorteil durch die Einsparung von Strombezugskosten. Statt Strom aus dem Netz zu beziehen, wird der selbst erzeugte Strom direkt vor Ort genutzt. Zusätzlich wird ein KWK-Zuschlag gezahlt.
Bei der Einspeisung ins Netz erhält der Betreiber den Marktpreis für Strom sowie den entsprechenden KWK-Zuschlag. In vielen Fällen ist der Eigenverbrauch jedoch wirtschaftlich attraktiver, da die eingesparten Stromkosten höher sind als die Erlöse aus der Einspeisung.
Eine optimale Auslegung der Anlage zielt daher darauf ab, möglichst viel Strom selbst zu nutzen.
Beispielrechnung: So berechnen sich die KWK-Zuschläge
Um die Auswirkungen der KWK-Zuschläge greifbar zu machen, hilft ein konkretes Beispiel.
Angenommen wird ein Blockheizkraftwerk mit einer jährlichen Stromproduktion von 120.000 Kilowattstunden.
Davon werden:
- 80.000 Kilowattstunden selbst verbraucht
- 40.000 Kilowattstunden ins Netz eingespeist
Für den Eigenverbrauch ergibt sich bei einem Zuschlag von etwa 4 Cent pro Kilowattstunde ein jährlicher Betrag von rund 3.200 Euro.
Für die Einspeisung ergibt sich bei etwa 8 Cent pro Kilowattstunde ein zusätzlicher Zuschlag von rund 3.200 Euro.
Allein durch die KWK-Zuschläge ergibt sich somit ein jährlicher Erlös von etwa 6.400 Euro.
Hinzu kommen die eingesparten Stromkosten durch den Eigenverbrauch sowie die Einnahmen aus dem Stromverkauf. In Summe entsteht so ein erheblicher wirtschaftlicher Effekt.
| Position | Wert |
|---|---|
| Jährliche Stromproduktion | 120.000 kWh |
| Eigenverbrauch | 80.000 kWh |
| Einspeisung ins Netz | 40.000 kWh |
| KWK-Zuschlag Eigenverbrauch | ca. 0,04 €/kWh |
| KWK-Zuschlag Einspeisung | ca. 0,08 €/kWh |
Berechnung der Zuschläge
| Kategorie | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Eigenverbrauch | 80.000 kWh x 0,04 € | 3.200 € |
| Einspeisung | 40.000 kWh × 0,08 € | 3.200 € |
| Gesamtzuschlag | 3.200 € + 3.200 € | 6.400 € |
Bereits in diesem einfachen Beispiel wird deutlich, dass sich die KWK-Zuschläge über das Jahr zu einem spürbaren wirtschaftlichen Vorteil summieren.
Typische Denkfehler bei der Berechnung
In der Praxis kommt es häufig zu Fehlannahmen, die die Wirtschaftlichkeitsberechnung verzerren.
Ein häufiger Fehler ist die isolierte Betrachtung der Einspeisung. Viele gehen davon aus, dass die Einspeisevergütung der wichtigste Erlös ist. Tatsächlich liegt der größte wirtschaftliche Vorteil jedoch im Eigenverbrauch.
Auch die Laufzeit der Anlage wird oft unterschätzt. Je mehr Stunden ein BHKW pro Jahr läuft, desto stärker wirken sich die Zuschläge aus.
Ein weiterer Punkt ist die ungenaue Berücksichtigung der tatsächlichen Strompreise. Steigende Stromkosten erhöhen den Wert des Eigenverbrauchs zusätzlich.
Wirtschaftliche Einordnung: Was die Zuschläge wirklich bedeuten
Die KWK-Zuschläge sind kein alleiniger Wirtschaftsfaktor, aber ein zentraler Bestandteil der Gesamtrechnung. Sie sorgen für planbare Einnahmen über viele Jahre hinweg und tragen dazu bei, Investitionen kalkulierbar zu machen.
In Kombination mit eingesparten Energiekosten und weiteren Förderungen entsteht ein stabiles wirtschaftliches Fundament für den Betrieb eines Blockheizkraftwerks.
Gerade bei gut ausgelegten Anlagen mit hohem Eigenverbrauch können die Zuschläge einen erheblichen Teil der jährlichen Einsparungen ausmachen.
Fazit: Kleine Beträge mit großer Wirkung
Auf den ersten Blick wirken die KWK-Zuschläge pro Kilowattstunde vergleichsweise gering. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sie über die Laufzeit einer Anlage einen erheblichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit leisten.
Entscheidend ist eine realistische Berechnung, die sowohl Eigenverbrauch als auch Einspeisung berücksichtigt. Nur so lässt sich das tatsächliche Potenzial eines BHKW richtig einschätzen.
Wer die Zuschläge korrekt einordnet und die Anlage entsprechend auslegt, schafft die Grundlage für eine wirtschaftlich stabile und langfristig rentable Energieversorgung.
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